Metall schützen

EISENMETALLE können mit Leinöl-Rostschutzfarbe »Eisenoxidrot« dauerhaft geschützt werden. Ohne Lösemittel! Wem dieser dunkelrote Farbton nicht gefällt, kann dann mit anderen Farbtönen unserer deckenden Leinölfarbe überstreichen.

• Der Malgrund muss entrostet und entfettet werden, am besten mit einem Sandstrahlgerät. Oder mit Waschbenzin, Spiritus (Ethanol) oder Isopropanol entfetten. Er muss trocken und sauber sowie pH-neutral sein. Altanstriche aus Wasserlack, Alkyd-, Acryl- oder ähnlichen Farben müssen komplett entfernt werden, saubere Leinölfarbanstriche hingegen können problemlos überstrichen werden.
Pinsel: Leinölfarbe unbedingt mit den speziell für leinölpro gefertigten qualitativ hochwertigen Schweineborstenpinseln (am besten Faustpinsel!) auftragen. Benutzte Pinsel sollten – solange sie nicht gebraucht werden – in eine Dose mit rohem Leinöl gehängt werden. Nach dem Ende der Arbeiten gut ausstreichen und mit Leinölseife gründlich auswaschen. Zum Trocknen nicht auf die Heizung legen.
• Die Farbe vor der Verwendung gründlich umrühren, bis sich alle Pigmente verteilt haben. Sollte sich eine Haut gebildet haben, diese am Rand mit einem Messer vorsichtig lösen und abheben, keinesfalls unterrühren! Eventuell durch ein Einwegsieb (Lackfilter, Farbsieb) umfüllen. Farbe vor Verunreinigungen (Lösemittel, Eisen, Rost, Wasser, Säure) und scharfem Frost schützen.
Verdünnen? Leinölfarbe kann mit 5 – 10 Volumenprozent »gekochtem« Leinöl streichfähiger gemacht werden, sofern Sie den sichtbaren Pinselstrich-Duktus etwas mildern wollen. Nicht mit Lösemitteln wie Terpentin verdünnen, weil das die Schutzwirkung der Farbe senkt. Wer der Farbe für den Schlussanstrich 1 Volumen-% Standöl zumischt, erhöht deren Glanz und Wetterfestigkeit.
Rostschutz: Eisenmennige »Eisenoxidrot« 2 x extrem dünn auftragen, mit rotierenden Pinselbewegungen gründlich einarbeiten und gut durchtrocknen lassen. Metallsichtige Teile stattdessen 3 x mit Lein-Tung-Klarlack schützen.
Schmuckfarbe: Nach dem Schutzanstrich mit Eisenmennige können Metallflächen mit jedem beliebigen Farbton unserer deckenden Leinölfarben überstrichen werden. Meist reichen 2 Anstriche.
Metallfenster zunächst 2 x dünn mit Rostschutzfarbe streichen, dann einglasen, zuletzt 2 Schmuckanstriche über den Kitt bis 2 mm auf die Scheibe.
Wetter: Nicht bei Minusgraden und hoher Luftfeuchtigkeit streichen. Das Werkstück sollte mindestens 10 Grad haben, der Farbtopf muss Zimmertemperatur behalten. Die beste Verarbeitungstemperatur liegt bei 15 – 25 Grad.
Schutz: Während der Arbeit und beim Trocknen vor Staub, Insekten, Schlagregen, Spritzern und direkter Besonnung schützen; eventuell Schattennetz benutzen.
Trocknung: Der nächste Anstrich sollte jeweils erst erfolgen, wenn der vorherige wirklich trocken ist. Je nach Temperatur sind die Trocknungszeiten unterschiedlich (Faustregel: bei 24 Grad 24 Stunden); wenn es kälter und feuchter ist, dauert es länger. Da Leinöl beim Trocknen (besser: Oxidieren) Sauerstoff verbraucht, muss während der gesamten Trockenzeit gut gelüftet werden.
Verbrauch: Bei Metall reicht ein Liter Leinölfarbe für etwa 18 bis 20 qm pro Anstrich.

ZINKBLECH oder verzinkte Flächen vor dem Anstrich von Oxidschichten und Verunreinigungen wie Öl oder Fett befreien und »griffig« machen, es sei denn, der Malgrund wurde schon längere Zeit bewittert.

Reinigungsmittel für die »ammoniakalische Netzwäsche«: In 1 l handwarmes Wasser 50 ml Salmiakgeist (25-prozentige Ammoniaklösung) und 1 Teelöffel Leinöl-Schmierseife mischen und mit einer Scheuerbürste gründlich scheuern. Den grauen Schaum 10 bis 15 Minuten einwirken lassen und klar abwaschen. Behandlung mit einem feinen Kunststoff-Schleifvlies wiederholen und dann gründlich mit lauwarmem Wasser nachwaschen. Schutzbrille und -handschuhe tragen!

Korrosion in Form eines lockeren, weißlichen Belages (»Weißrost« bildet sich sehr schnell durch Kondenswasser bei schlechter Belüftung) mit Scheuerbürste und milder Essiglösung ablösen und so die Oberfläche leicht aufrauen. Mit klarem Wasser kräftig nachwaschen und gut trocknen lassen. Keine aggressiveren Säuren verwenden!

 

PFLEGE von Leinölfarbanstrichen ohne Lösemittel
Die frische Farbe hat nach drei Anstrichen einen hohen Glanz. Je nach Stärke der Sonneneinstrahlung wird die Leinölfarbe allmählich matt, zuerst außen auf Südseiten. Leinölfarbe blättert jedoch nicht ab, sondern beginnt lediglich nach einigen Jahren zu »kreiden«, nämlich dann, wenn so viel Öl (das Bindemittel) oxidiert ist, dass die Pigmente frei liegen und sich abreiben lassen. (Sie haben dann etwas Farbpulver am Finger.) Jetzt wird es Zeit zu handeln:
Erstpflege: Leinölfarbe auf Metall ist fast unbegrenzt haltbar, wenn Sie den Anstrich in Zeitabständen von etwa 5 Jahren mit gekochtem Leinöl pflegen. Bei exponierten Teilen oder sehr starker Wetter- und UV-Belastung – wie z.B. auf Südseiten, an der See oder im Hochgebirge – sollten Sie entsprechende Flächen häufiger nachölen. In geschützten Lagen hat es meist länger Zeit.
Weitere Pflege: Nach weiteren 5 bis 8 Jahren kann ein Teil der Pigmente von Wetter und Wind weggewaschen worden sein, und es kann an der Zeit für einen neuen Anstrich sein. Eventuelle Rostflecken entfernen und zunächst zweimal mit Leinöl-Rostschutzfarbe »Eisenoxidrot« konservieren. Danach mit Leinölfarbe im gewünschten Farbton überstreichen.
Arbeitsweise: Die zu pflegende Farbfläche reinigen und ohne Anschleifen mit kalt gepresstem »gekochten« Leinöl auffrischen oder – falls nötig – mit Leinölfarbe überstreichen. Immer extrem dünn auftragen und die Farbe gut ausarbeiten.

 
Klarlack auf Metall
Lein-Tung-Klarlack wird von Jachtbesitzern in ganz Europa aufgrund seiner überragenden Eigenschaften und vielfältigen Anwendungsbereiche geschätzt.
Eigenschaften: Gute UV-Beständigkeit, beständig gegen Temperaturschwankungen, Basen und Gase, hitzebeständig, abrieb- und stoßfest, elastisch, salzwasserfest, absolut kochfest, sehr gutes Deckungsvermögen. Dieser Öl-Klarlack enthält zwar Lösemittel, entspricht jedoch den strengen Vorgaben der VOC-Richtlinie 2010. Kein Abplatzen! Zwei Beschichtungen sind ausreichend, drei besser.
Eignung: Neben dem Holzschutz ist Öl-Klarlack auch als Haftgrund und Endanstrich auf Metallflächen wie Aluminium, Zink und entrostetem und fettfreiem Eisen geeignet.
Kupfer: Nach dem Anschleifen oxydierter Flächen als Schutzanstrich zur Verhinderung weiterer Oxydation. Abgetönt mit Leinölfarbe Eisenoxidrot oder Eisenoxidbraun kann Öl-Klarlack im Farbton Altkupfer eingestellt werden.
Bootsbau: Außen mindestens 6 Anstriche, innen 2, im Niedergang 4 Schichten.
Trocknung durch Aufnahme von Sauerstoff (Oxydation); je nach Witterung in 2 Stunden, staubtrocken nach 8 Stunden. Trotzdem täglich nur 1 Anstrich aufbringen!


Standöl
Wir haben Kunden, die benutzen seit vielen Jahren Standöl als Unterbodenschutz für ihren Oldtimer! Wir haben diese Anwendung selbst noch nicht ausprobiert, aber wenn unsere Kunden das immer wieder machen, muss es ja funktionieren ... Vielleicht experimentieren Sie auch mal ein wenig?

Ein Stück Blech mit leichtem Rostflug wurde testweise mit Leinöl-Rostschutzfarbe »Eisenoxidrot« gestrichen. Sie sollten jedoch besser entrosten als wir das bei diesem Versuch getan haben!